Zweiter Teil

Der jungen Elisabeth

 

 

 

 

Elisabeth stockte der Atem bei dem Anblick, welchen ihr die Gepeinigte bot.

Mit ihrer kindlichen, doch hochintelligenten Fantasie erahnte sie welch grausamer Schmerz es sein musste, da unten ein siedend heiß Stück Speck zu empfangen.

 

Ferenc entfernte sämtliche Scheiben.

Überall, wo der Speck gewütet hatte, blieben Brandblasen zurück.

Man band die Frau los und gewährte ihr etwas Erholung.

Auf die Seite gerollt und zusammen gekrümmt, die Hände zwischen die Schenkel auf ihr gemartertes Geschlecht gepresst, blieb die Schwarze auf der Peinbank liegen.

 

Elisabeth wagte einen Blick auf die Schwestern.

Dabei stellte sie fest, dass sie mit ihren aufgewühlten Empfindungen nicht alleine war.

Auch Sandra und Anischka hatten diesen seltsam fiebrigen Glanz in den Augen.

Ja Anischka hatte sich vor Aufregung eine ihrer dunklen Locken in den Mund geschoben und kaute nervös darauf.

Sandra hingegen knetete wie besessen ihre Finger, hatte die Schenkel zusammen gekniffen und verlagerte ständig ihr Gewicht von einem Fuß auf den Anderen. Es machte den Eindruck als das sie mal müsse. Aber es aus wichtigeren Gründen verschob.

Ein kläglicher Aufschrei, ließ Elisabeth erneut in die Kammer schauen.

 

Man hatte die Schwarze von der Bank gehoben und sie bäuchlings auf den Steinboden gelegt.

Ihr wurden die Arme auf den Rücken gedreht und dort fest an einander gebunden.

Zu guter Letzt, nahm ein jeder Husar einen Kälberstrick, machte an einem Ende eine Schlaufe und legte in Jene eins der Fußgelenke der Frau.

Dann stellten sich die Soldaten seitwärts zu ihrem Opfer und zogen den Strick jeweils in ihre Richtung.

Der Schwarzen wurden so die Schenkel weit gespreizt.

Zwischen Diese, kniete sich nun Ferenc und begann der Liegenden, mit der Hand, Vagina und After mit Öl einzureiben.

Die Nackte stöhnte. Doch nicht aus Wollust, sondern weil es ihr unbeschreibliche Pein verursachte als ihr Henker ihr verbrühtes Geschlecht berührte.

Als sie unten herum aufs Trefflichste gesalbt war, stand Ferenc auf, umrundete sein Opfer, und zog ihren Kopf am langen Haar empor. So das sie ihm ansehen musste.

 

„Im Grunde sollte es mir egal sein, ob Du jetzt schon verreckst, oder später. Aber seine Gnaden haben nun mal beschlossen, dass Du erst reden sollst. Aber damit Du einen kleinen Geschmack davon erhältst, wie es den Türkenweibern auf unseren Zügen erging, werde ich Dir schon mal probehalber den Pfahl setzen. Ich kann Dir noch nicht sagen wie der Baron entscheidet, mit welch Spielchen Du aus dem Leben scheiden wirst. Ob Rad, oder den Spieß. Aber wenn Du aufs Rad kommst, sollst Du mir im Jenseits nicht vorwerfen, dass ich Dich um den Geschmack des Pfahles brachte.“

Er ließ ihren Kopf gleiten und ging erneut zwischen ihren Schritt.

Vorher entnahm er jedoch seinen Utensilien einen Spieß, etwa eine Elle lang, und einen ungeschlachten Holzhammer.

Die Spitze des Pfahls war leicht abgerundet, so dass er keine ernsthaften Verletzungen verursachte. Auch Diese erhielt etwas Öl.

Mit den Fingern seiner linken Hand, spreizte er die großen Schamlippen der Frau.

Setzte ihr das Holz mittig in den Ansatz der Vagina. Der Pflog hatte in etwa die Stärke von zwei aneinander gelegten Fingern.

Langsam zwang er, mit leichten Drehbewegungen, den Pfahl in die Frau.

Schon die erste Weitung ihres Geschlechtes ließen der Schwarzen die Augen aus den Höhlen treten.

Nach weiteren Drehungen, schrie die Nackte bitterlich auf. Ferenc senkte ihr jedoch das Holz noch tiefer.

Als es in etwa eine Handlänge in ihr war, nahm der Henker den Holzhammer. Mit verhaltenen seichten Schlägen trieb er das Holz tiefer in sie.

Der Leib der Frau erzitterte. Sie bäumte den Kopf noch oben. Als der Pfahl ihren Uterus weitete, schrie sie wie ein Tier. Instinktiv verkrampfte ihre Muskulatur. Was die Not im Inneren nur umso ärger machte.

Doch Ferenc trieb den Pflog nicht weiter. Eine Wunde, gar tödlich, galt es zu meiden.

Dies war auch nicht notwendig. Die Qualen der Frau reichten auch so.

Der Profos begnügte sich damit, hin und wieder, die Hand an den Pfahl zu legen. Dies genügte und schon durchraste dem Weib ein Schmerz bis in die Magengrube.

Nach geraumer Zeit drehte er den Pflog wieder aus ihr heraus.

Erschöpft fiel ihr Gesicht auf den Boden, wo es ein unreines Konglomerat, mit dem Dreck und ihren eigenem Speichel, einging.

Kaum waren ihre verkrampften Arschbacken etwas erschlaft, zwang sie Ferenc auseinander und setzte ihr die Pflockspitze auf den Anus.

Allein diese Berührung reichte dass die Schwarze aus ihrer Agonie erwachte. Sie warf den Kopf in den Nacken und die Augen, vor panischem Schreck, weit auf.

Gleichzeitig verspannte erneut ihre Gesäßmuskulatur.

Aber zu spät. Die Spitze des Pfahls hatte bereits die erste Hürde des Schließmuskels überwunden.

Zwei-drei Drehungen zwang ihn Ferenc mit der Hand noch tiefer, dann nahm er den Hammer.

Beim ersten Hieb schoss der Delinquentin, mit einem tierischen Röcheln, die Zunge aus dem Rachen.

Allem anderen ungeachtet, wälze sich ihr nackter Bauch und der Busen, wie besessen auf dem Steinboden. Die Husaren mussten ihre Stricke hart anziehen, damit sie die ausschlagenden Beine der Frau nicht verloren.

Als Ferenc den Zweiten Hieb platzierte, übergab sich die Gemarterte. Grünlichgelb quoll Mageninhalt und Galle auf den Boden, vor ihr.

Zu einem dritten Hieb kam es nicht mehr.

Mit der Kraft eines todwunden Tieres, riss sie sich los.

Regelrecht verduzt sahen die Husaren zu ihr herab.

Mit japsenten Maul wälzte sie sich, nun befreit, auf den Rücken.

Auch Ferenc war zurück gesprungen.

Regelrecht fasziniert starrten die Männer auf das sich windende Weib zu ihren Füssen.

Als die Schwarze auf dem Rücken lag, noch immer den Pflog im After, schlug sie in ihrer Not pausenlos mit dem Hinterkopf auf den harten Stein unter sich.

Der dumpfe Klang ernüchterte als Ersten Ferenc.

 

„Los, festhalten! Die bringt sich sonst selbst um!“

Nun erwachten auch die Husaren aus ihrer Starre.

Sie warfen sich auf die Frau und machten sie notdürftig am Boden fest. Derweil zog ihr Ferenc den Pfahl aus dem Hintern.

Erschöpft, Henker, wie Opfer, schnaufte ein Jeder nach Luft.

„Gerade noch mal gut gegangen.“

Die Soldaten gaben Ferenc Recht.

Noch mal so ein Einsatz und die Hure wäre wohl tot.

 

Benohmen, sprachlos und zu keiner Reaktion fähig, standen auch die drei Schwestern.

Zumindest Elisabeth spürte wie sich etwas feucht in ihrem Unterleib abgesondert hatte.

Dumpf und hart pochte ihr Puls in den Schläfen.

Benohmen und flau fühlte sich hingegen der Magen an.

Süßlich scharf fuhr ihr Etwas die Speiseröhre empor. Doch es war kein Egel.  

Wie aus weiter Ferne glaubte sie ihren Namen zu vernehmen. Als wenn man nach ihr rief.

Aber es bedurfte erst einer festen Berührung ihrer Schulter, damit ihr bewusst wurde, dass sie das Rufen nicht nur erträumte.

Erschrocken fuhren die drei Mädchen herum.

Vor ihnen stand Veronika.

„Seit ihr denn von allen guten Geistern verlassen?!“, zischte sie das Kindermädchen an. Ihre Stimme hielt sich nur deshalb gedämpft, damit man es nicht etwa im anderen Raum vernahm.

„Raus hier! Aber schnell!“

Als die Schwestern noch immer benommen den Flur erreichten, gab es erst mal für Jede zwei schallende Ohrfeigen. So das sie die Sterne tanzen sahen.

Noch nie hatten sie Veronika so außer sich erlebt wie jetzt.

„Euch muss der Gottseibeiuns persönlich in den Hintern gefahren sein! Wollt ihr mich gleich an den Strick bringen?“

Natürlich wollten sie das nicht. Aber, noch beim devoten abtrotten, Richtung der eigenen Gemächer, kam Elisabeth ein seltsamer Einfall.

Sie stellte sich bildlich vor wie Veronika wohl auf der Folter sich machen würde.

Das Kindermädchen hatte keinerlei Ähnlichkeit mit der Schwarzen.

Veronika war hübsch, aber von anderem Schrott und Korn. Sie einte etwas fast mädchenhaft bausbäckiges mit leicht mollig Mütterlichen. Ein, sonst, rundum gutmütiger Charakter.

Außerdem war sie nicht nur hellhäutiger wie die Schwarze, sie war strohblond.

Als Dritte, mit hängenden, schuldbewussten Kopf, trottete Elisabeth den älteren Schwestern hinterdrein.

Veronika schritt auf ihrer Höhe.

„Vor allem Du. Von Dir hätte ich solch nicht erwartet!“

Hätte das Kindermädchen die Gabe besessen ins Hirn der Neunjährigen zu schauen, sie hätte wohl erschrocken ihren Mund gehalten.

Denn in Elisabeths Fantasie erstanden Bilder, die erst Jahrzehnte später Substanz annehmen sollten.

Und irgendwie jetzt schon, wurde ihre spätere Vorliebe für gefolterte Blondinen geboren.

Noch mit gesenktem Blick, loderte in ihr die Vorstellung wie wohl Veronika nackt aussieht.

Einmal, vor nun drei Jahren, hatte sie es ja schon gesehen. Damals, nach ihrem sträflichen Ausflug zur Exekution des Zigeuners.

Veronika gehörte zu Jenen die vor ihnen sich nackend aufs Chevalet legen mussten. Elisabeth verstärkte ihre Anstrengung sich daran zu erinnern.

Das Kindermädchen war damals siebzehn. Ja, die Erinnerung kehrte zurück.

Veronika hatte einen milchigweißen Körper. Als die Husaren sie auspeitschten wurden sofort die roten Striemen sichtbar.

Auf Grund der Jugend, und vor allem der Kompetenz des Kindermädchens, das zu diesem Zeitpunkt nur untergeordnete Verantwortung trug, wurde ihr nur der bloße Rücken mit Riemen gestrichen.

Das Los einiger Anderer, denen man auch Busen und Bauch empfindlich geißelte, blieb ihr einst erspart.

Aber genau diese Fantasie war es, weil eben nicht erlebt, was Elisabeth beflügelte.

Und noch ehe die reumütige Mädchenriege ihr Zimmer erreichte, sonderte sich erneut feuchtwarmes Sekret zwischen ihren Schenkeln ab.

Elisabeth fühlte wie es ihre Schenkel netzte. Ob sie bereits ahnte, dass diese Emotion einmal zu ihrem Lebensinhalt werden wird, wage ich hier nicht zu sagen.

Aber Eins, ist noch Fakt.

Als sie endlich ihre Kammer erreichten und ins Bett durften, war Elisabeth die Erste die unter ihre Decke huschte. Weniger aus Scham, eher um die durchstandene Emotion zu verbergen.

Damals hörte sie, wie im vorbeigehen, wie sich die beiden Älteren noch über das künftige Schicksal der Schwarzen austauschten.

Sandra sah die Delinquentin auf dem Rad, Anischka glaubte das man sie pfählte.

Nur Eins schien fest zu stehen, der Tod der Schwarzen und ein besonders Grausamer. Den nach solch Tortur, musste ja die Strafe noch viel härter sein.

Dass es ganz anders kam, ahnte Keiner.

Und warum es anders kam, bleibt Spekulation. Womöglich kam Baron George Ba`thory zur Einsicht das der Vetter eher an seiner Krankheit starb, als am Fluch einer Zigeunerin.

Vielleicht tat ihm doch das junge Ding leid? Nun, wir wissen es nicht.

Fakt ist, das Urteil überraschte Jeden.

Das Zigeunermädchen hatte trotz der barbarischen Tortur kein Geständnis abgelegt.

Und so sah der Baron keinen Grund für ihren Tod.

Nur um Eins kam sie nicht drum rum. Die Hexerei.

Allerdings sah man dies in Ungarn nicht so verbissen wie im anderen Teil Europas.

 

Ihr Urteil sah vor, sie außerhalb der Mauern zu führen. Dort sollte sie mit dem linken Ohr an einen Pfahl genagelt werden. Weiterhin sollte man ihr die Möglichkeit geben sich selbst zu befreien.

Und so wurde verfahren.

Elisabeth verfolgte es gleich, ihren Schwestern vom Turm des Schlosses.

Sie konnten direkt auf das Burgtor schauen, und auf Jenes was sich dahinter tat.

Fünfzig Husaren bildeten nach dem Ausgang eine Gasse. Dann erschien Ferenc mit der Delinquentin.

Ihre Hände waren vor ihrem Leib mit einem Strick gefesselt. Um den Hals hatte sie ein Seil, an welchen sie Ferenc zog.

Als sie das Tor erreichten, zog ihr der Profos das Hemd aus. Bis zu den Hüften nackt, zog er sie durch die Gasse. Dabei ließ ein jeder Soldat ihr mindestens einen Rutenhieb aufs nackte Fleisch klatschen. Am Ende der Gasse brach die Gepeitschte zusammen. Ferenc schleifte sie am Halsband weiter durch den Staub. Erst als er den Pfahl erreichte und zwei Husaren die Unglückliche unter den Achseln empor hoben, kam es zur letzten Ausführung des Urteils.

Noch heute hörte Elisabeth die Schreie der Schwarzen, als sie Ferenc mit dem Ohr an das Holz nagelte.

Dann nahm man ihr die Fessel und Ferenc drückte ihr ein Messer in die Hand.

Stundenlang verharrte die Halbnackte in der Sonne vor der Mauer. Als es Abend wurde, verließen die Schwestern ihren Platz vorm Fenster.

Voller Erbarmen hüllte die mondlose Nacht den schimmernden Leib der Verurteilten in sein düsteres Tuch.

Als am nächsten Morgen Elisabeth das Fenster erneut aufsuchte, war der Pfahl verlassen.

Ohne die noch schlafenden Schwestern zu wecken, stürmte sie hinunter. Als sie den Pfahl erreichte, konnte sie am Holz das Blut der Sünderin sehen. Nicht nur das. An einem Nagel hing ihr Ohr.

Sie hatte es wirklich getan, und sich eigenhändig ihr Ohr abgeschnitten.

Elisabeth sah sich um. Sie suchte nach Spuren. Doch der Wind der Pussta hatte sie verweht.

Da ihr nichts Anderes verblieb, starrte sie regelrecht auf den angehefteten Knorpel.

Wie weit geht die wunde Kreatur? Nur um sein Dasein um einen Hauch zu verlängern.

Später, viel später sollte sie eine Antwort erhalten.

Heute blieb ihr nur das kindliche Staunen.

Eigentlich hätte hier sich die Spur der Schwarzen verlieren müssen.

Doch, so alle Nachrichten stimmen, sollte es anders sein.

 

Nun hier und Heute, in der Nacht nach ihrem neunten Geburtstag, holten sie die Bilder wieder ein.

Regelrecht jenseitig dünkte Sandras Frage da.

„Woher nahm sie nur die Kraft und den Mut?“

Elisabeth erhob sich vom Lager, das sie mit den Schwestern teilte. Die Großen nahmen ihr Gebaren nicht mal wirklich zur Kenntnis. Im Gegenteil, sie diskutierten noch weiter, als sich Elisabeth, im Schutz der Nacht daran machte ein kleines Säckchen zu schnüren. Darin ihre Lieblingspuppe und zwei Tücher. Welche ihr besonders ans Herz gewachsen waren. Nun erst, als sie meinte das Nötigste geborgen zu haben, setzte sie sich zurück aufs Bett, zu den Schwestern.

Was es war, das die Neunjährige zu solch Vorsehung trieb, kann wohl Keiner beantworten. Gar Mancher wird noch heute abergläubig wie es Hitler gelang all jenen Attentaten zu entgehen, die man auf ihn ausübte. Nennen wir es teuflischen Esprit.

Aller Spekulation zum Trotz, halten wir uns an die Fakten.

Elisabeth saß zwischen den älteren Schwestern und lauschte deren Ausführungen mit unter geschlagenen nackten Waden.

Da hörte man erneut Hufschlag. Diesmal jedoch Burgeinwärts.

Kurz darauf den Versuch die Zugbrücke nach oben zu ziehen. Die Schwestern stürzten zum Fenster.

Stimmen hallten. Fackeln, unzählig, erhellten den jenseitigen Burggraben.

Noch während Sandra und Elisabeth dem Treiben mit kindlichen Augen zusahen, war es Anischka die die Situation erahnte und reagierte.

„Das sind sie! Los macht euch fertig! Wenn die erst über die Mauer sind, geht es uns dreckig!“

Mehr aus Instinkt, reagierten die anderen Beiden.

Da wurde die Tür zu ihnen aufgerissen.

Veronika erschien., eine Kerze in der Hand.

„Kommt schnell! Die Bauern!“

Diese Aufforderung war eigentlich unnötig. Den Schwestern war bereits bewusst, in welch Gefahr man schwebte.

Aber da, krachte unten schon das Burgtor. Die handvoll Husaren, welche verblieben waren, hatten keine Chance.

Wie im Rausch folgte man dem Kindermädchen.

Mit ein Halbdutzend anderen Kinderfrauen hatte Veronika sich ihrem Schutz verschrieben.

Derweil die aufgebrachten Leibeigenen die Burg stürmten.

Es gab im Schloss einen Geheimgang, durch welchen man die Flucht wagen wollte.

Veronika nahm Elisabeth auf den Arm, da ihre kleinen Beine der Hatz nicht folgen konnten. Man lief ums blanke Überleben.

Es schien zu gelingen. Die entfesselten Bauern kühlten ihr Mütchen am Inventar.

Doch eine der Kindfrauen hatte vergessen die Geheimtür nach sich zu schlissen. Die Aufständigen strömten in den Gang.

Man hörte die Verfolger näher kommen. Mit schnellen Schritten eilten die Mädchen. An weitausholenderen Schritten hinderten sie ihre langen Nachthemden.

Kurz unterhalb der Burg führte der Gang ins Freie. Aber die Kinderfrauen hörten schon im Nacken die Schritte der Verfolger. Mit letzter Anstrengung hob Veronika den leichten Körper von Elisabeth in das Geäst eines alten, fast abgestorbenen Baum. Kaum war die junge Comtesse in Wipfel versteckt, wollte man mit ihren Schwestern gleich verfahren, aber da, waren die Verfolger schon heran.

Es waren etwa drei Dutzend Bauern. Bewaffnet mit Sensen, Äxten und Morgensternen.

Mit Getöse warfen sie sich zuerst auf die Kinderfrauen. Es war ein kurzes blutiges Gemetzel. Sandra und Anischka standen kreischend daneben als man vor ihren Augen die jungen Frauen erschlug und zerstückelte.

Erstarrt und zu keiner Regung fähig sah Elisabeth von ihrer Höhe ebenfalls zu.

Sie sah wie ein aufgebrachter Bauer mit seiner Sense weit ausholte. Veronika, die schon aus einigen Wunden blutete, wandte ihm den Rücken, um die Flucht zu ergreifen. Der flache, scharfe, vorn spitz zulaufende Stahl blitzte.

Mitten im Lauf verhielt das junge Kindermädchen, tödlich zwischen ihre Schultern getroffen.

Der Streich ereilte sie genau unter Elisabeths Versteck.

Die Neunjährige sah wie die Getroffene jäh in der Bewegung stoppte. Wie ihr Leib in einem Krampf erzitterte, wie ihr das helle Blut, einer Fontäne gleich aus dem Mund schoss.

Die Sensenspitze noch im Rücken, ging sie langsam in die Knie.

Sie lebte noch, als eine Frau zu ihr trat.

Mit Schrecken erkannte Elisabeth die Schwarze.

Nun nahm die Gepeinigte Rache an all Jenen die ihr Feind dünkten und dessen sie habhaft wurde.

Sie griff in Veronikas volles Haar und zog ihr den Kopf in den Nacken.

Wie berauscht, aber auch voller Angst sah Elisabeth der grausamen Szenerie zu. Sie sah wie Veronikas schöne blaue Augen voller Todangst zur Schwarzen empor blickten.

Ihre vollen blutenden Lippen wollten wohl noch um Erbarmen bitten. Da blitzte in der Hand der Zigeunerin ein Messer. Mit einem schnellen Schnitt, öffnete sie der Knienden die Kehle. Sofort schoss der rote Lebenssaft über Veronikas helles Mieder. Gurgelnd, und zuckend verröchelte sie. Noch immer kniend gehalten durch den Stahl zwischen ihren Schulterblättern.

Erst als sie erschlaffte, ihre Mörderin hatte sich längst einem weiteren Opfer zugewandt, löste sie ein Tritt des Bauern von der Sense, so das sie vorn über sank.

Schon nach kurzer Zeit gehörte eine gehörige Menge Fantasie dazu in dem blutig zerhauenen Haufen Fleisch unter dem Baum die Leiber von sechs jungen Frauen zu erkennen.

Als die Kindermädchen getötet waren, wollten sich die Bauern auf Anischka und Sandra stürzen um sie genau wie ihre Bediensteten zu zerlegen. Doch da stoppte sie die Schwarze.

 

„Ihr wollt euch doch nicht an Jungfrauen vergreifen?! Entsinnt euch dem alten Brauch der Römer, als sie nach Pannonien drangen! Macht sie zuvor zu Weibern!“

Das ließen sich die Männer nicht zweimal sagen.

Im Handstreich waren Anischka und Sandra ihrer Hemden entblößt.

Wie Hündinnen zwang man sie in die Hocke und gleich Hündinnen machte man sich über sie her.

Elisabeth wagte nicht mal zu atmen. Sie erstarte. Ihr junger schmaler Leib wurde eins mit dem Baumstamm. Aber den Blick vom Geschähen wenden, war ihr nicht möglich.

So sah sie dass es Anischka war, die als erste zusammenbrach als der vierte Bauer sie von hinten nahm. Seltsamer Weise hielt Sandra bedeutend länger durch. Obwohl sie schrie und jammerte ertrug sie die Vergewaltigung bedeutend herzhafter. Ja selbst als ihr der zehnte Bauer die kindliche Scheide zerriss, blieb sie tapfer auf allen Vieren.

Nur, zu guter letzt, half ihr das auch nichts.

Denn, noch während die Männer sich mit ihnen vergnügten, knüpfte die Schwarze und ein älterer Bauer, dem wohl nicht mehr allzu viel an dem jungen Fleisch lag, zwei Schlingen.

Und genau am Baum, wo Elisabeth ihre noch nicht entdeckte Zuflucht fand, nutzte man den weit ausladenden Ast um die Schlingen anzubringen.

Sandra wälzte sich noch, es schien fast lustvoll, unter den Pranken eines grobschlächtigen Mannes, da schleifte man den halb leblosen Leib Anischkas unter den Ast. Sie machte keine Anstalten zur Gegenwehr als man ihren schlanken Hals in die Schlinge legte.

Widerstandslos, mal abgesehen vom nachzucken ihrer schmutzigen Zehen, starb sie, da war Sandra noch vom Glied des großen Bauern ausgefüllt.

Ja Sandra hatte den Tod der Schwester nicht mal begriffen, als man auch sie endlich unter den Ast schleifte.

Erst als ihr Blick aufs fahle Antlitz Anischkas fiel, wurde auch ihr das eigene nahe Ende bewusst.

Mit der Rasanz des letzten Wiederstandes bäumte sie sich auf. Wohl Keiner hatte der Halbwüchsigen solch Kraft zu getraut. Sie trat und schlug um sich. Die Bauern wichen tatsächlich zurück. Aber nur kurz. Allein schon ihr Jungfernblut, was ihr in Strömen die Schenkel netzte, forderte das Raubtier im Menschen heraus.

Sandra überlebte ihre ältere Schwester nur um Minuten. Doch ihr Tod war, durch ihre Gegenwehr, herber.

Augenblicke später zuckte sie in Agonie ihren letzten Lebensfunken in der Schlinge aus.

Eine zeit lang sahen die Bauern noch wie benommen auf die schwankenden nackten Leiber der Mädchen.

Elisabeth glaubte ihr letztes Stündlein gekommen. Doch der Zufall wollte es, dass man sie übersah. Die Horde machte sich auf, neue Heldentaten zu bestehen.

Aber selbst als weit und breit kein Mensch mehr zu sehen, wagte sich Elisabeth nicht zu rühren.

Der Morgen begann zu grauen. Die Leiber der Schwestern waren längst erkaltet.

Elisabeth vermeinte selbst in den eigenen Gliedern Leichenstarre zu spüren.

Da vernahm sie das Wiehern Pedros. Zuerst glaubte sie dass ihr die eigenen Nerven einen Streich spielen. Pedro war ihr Lieblingshengst.

Doch das Wiehern wiederholte sich. Elisabeth wagte einen Blick.

Tatsächlich. Der treue Schimmel trabte mutterseelenallein  durch den Garten. Ja er kam dicht bis unter die hängenden Leichen der Schwestern. Elisabeth nutzte die Gunst der Stunde.

Sie sprang dem Tier auf den Rücken.

Pedro bäumte, warf aber seine kleine Herrin nicht ab.

Nur im Nachthemd, umklammerte das Mädchen den Hals des Tieres und stieß ihm die noch kindlichen nackten Fersen in die Lende.

Das Tier reagierte wie er es gelernt hatte.

Elisabeth preschte von dannen. Wohin war egal, Hauptsache weg vom Ort des Grauens.

Sie ritt etwa eine halbe Stunde, ohne Plan oder Ziel.

Sie ließ das Tier einfach gewähren, aber das, hielt sich an gewisse anerzogene Sachen. Und so kam es, dass sich Elisabeth auf einer Lichtung wiederfand welches zum nächsten Dorf wies.

Instinktiv erahnte die Neunjährige die Gefahr, welche von den Behausungen ausging. Sie wollte noch gegensteuern mit ihren schwachen Hacken. Doch dazu fehlte ihr die Übung und die Kraft. Pedro trabte gutmütig treu Richtung der Bauernhäuser.

In ihrer letzten Not ließ sich das Mädchen vom Rücken des Pferdes gleiten. Sie hatte schon ein reichhaltiges Stimmengewirr im Zentrum des Dorfes vernommen.

Man konnte es fast zärtlich nennen, wie das hohe Sommergras ihren Fall abbremste. Elisabeth fiel auf den Rücken. Regungslos blieb sie liegen.

Der würzige Duft der Kräuter um sie herum war für sie von untergeordneter Bedeutung. Nur auf das Rufen der Grillen konzentrierte sie sich.

Fast schon war sie beruhigt, da hörte das Konzert der Insekten jäh auf.

Elisabeth verbot sich zu atmen. Es nützte nichts. Sie hörte Schritte die näher kamen. Und dann geschah es. Neben ihr tauchte der Schatten eines Menschen auf. Mit letzter Anstrengung wälzte sich das Mädchen auf den Bauch, kam in die Höhe, wollte ihr Heil in der Flucht suchen. Doch zwei starke Arme fingen, ja pflückten sie hinweg.

Kreischend strampelte sie. Aber die Arme hielten wie ein weicher Schraubstock.

„Das ist doch die junge Comtesse! Sie lebt!“

Elisabeth glaubte sich des Todes, selbst als sie die Uniformen der Husaren erkannte. Nun, Stunden später schrie sie sich die gesamte angestaute Angst der letzten Nacht von der Seele.

 

„Schon gut! Es ist vorbei! Beruhigt Euch doch!“

Erst als sie völlig erschöpft vom schreien und strampeln war, erlosch ihr Wiederstand

Halb bewusstlos hing sie in seinem Griff.

„Ihr braucht keine Angst mehr zu haben, Comtesse! Euer Vater ist hier, und Euere Mutter! Wir haben die Rebellen besiegt!“

Trotz dieser Worte bedurfte es einer Weile ehe die Neunjährige deren Tragweite begriff.

Noch wollten ihre Gelenke ihr die Dienste versagen, als der Soldat sie vorsichtig auf ihre Füße setzte.

Aber langsam kam ihr zu Bewusstsein das sie dem Tod entronnen war. Dennoch schwankte ihr junger Leib im hohen Sommergras. Der Husar, der sie zuvor hielt, musste es wohl erkannt haben. Er legte ihr erneut seinen Arm über.

„Ihr könnt uns glauben! Wenn Ihr wollt, seht selbst!“

Elisabeth folgte den Männern regelrecht apathisch.

Man führte sie ins Zentrum des Dorfes.

Dort war die Hölle los.

Mitten auf dem Dorfplatz war ein Schlachthaus. Ja eine Folterstätte. Ringsum standen zerlumpte Kinder und greinende alte Weiber.

Der Soldat neben ihr zeigte zur anderen Seite des Platzes.

Elisabeth erkannte Vater. Er stand wie ein Rachegott, zwischen Blut und Tod. Unweit von ihm erkannte sie auch Mutter. Etwas bleich, aber gleichfalls entschieden, verfolgte sie das Strafgericht. Man nahm blutige Rache an den gefangenen Rebellen.

In der Mitte des gebildeten Rund lagen sechs nackte Bauern, angepfählt und ausgestreckt. Ihre Leiber wiesen Spuren der Folter.

Drei der Delinquenten waren die Glieder schon an Pferde gebunden. Als Elisabeth es gewahrte gab gerade Ferenc den Befehl. Die Tiere zogen unter Peitschenschlägen an.

Man zog die Gefangenen in jede Himmelsrichtung.

Vor Elisabeth lag ein Junge. Kaum sechzehn. Dennoch erkannte sie in ihm Einen der sich an den Schwestern vergriff.

Noch benommen vom selbst erlebten und der eigenen Todesnot, sah sie gespannt auf den nackten Leib. Als die Tiere anzogen, traten dem Jungen sichtbar die Sehnen aus Achseln und den Innenseiten seiner Oberschenkel. Schreiend kam sein Haupt nach oben.

Trotz der Kraft der Gäule wollten die jungen Glieder des Knaben nicht nachgeben.

Ferenc kniete sich neben den Delinquenten und setzte sein scharfes Messer an seine Muskeln.

Beim nächsten Versuch der Pferde zerriss es den Knaben. Gräulich zuckend, Blut strömte regelrecht in Hektolitern, wand sich der nackte Torso in Agonie zu Elisabeths Füßen.

Die sechs Burschen waren noch nicht mal wirklich verendet, da führte man die Schwarze nackt und gebunden vor den Vater. Er gab nur ein Zeichen. Man warf die Nackte auf den Rücken und seilte ihre Glieder an. Auch bei ihr bedurfte es der Peitsche für die Gäule. Auch ihr wollten die Glieder nicht zerreißen.

Als die Pferde anzogen, schwebte ihr Leib zwar ausgespannt über den Boden, doch ihr Körper hielt stand.

Der Profos sah sich gezwungen ihr ebenfalls die Sehnen zu durchschneiten.

Erneut gab es die Peitsche für die Hengste.

Der Leib der Schwarzen vibrierte kurz oberhalb des Bodens. Doch die Glieder wollten noch immer nicht reißen.

Der schöne bronzene Leib erzitterte zwar aufreizend vor Aller Augen, wollte aber per du nicht nachgeben.

Ferenc war gezwungen erneut sein Messer zu setzen. Diesmal drang der Hure die blanke Schneide bis zur Hälfte ihrer Schenkel in Dieselbigen. Auch unter den Achseln schnitt sie Ferenc bis auf die Knochen.

Als die Tiere dem Zug erneut vollzogen, rissen sie der Schwarzen die Arme aus den Gelenken. Doch die Schenkel blieben.

Zu guter letzt, beließ man es bei dieser Bestrafung. Die Menschen wurden unruhig.

 

Nur Elisabeth konnte sich vom Anblick der Verendenten nicht lösen. Sie sah auf den in Agonie zuckenden Leib. Sie studierte regelrecht wie die Frau verröchelte. Als man ihr die Glieder zum ersten Mal spannte, hatten sich deren Harre gesträubt. Zuletzt, nachdem ihr Ferenc die Sehnen durchschnitten hatte und die Pferde erneut anzogen, war ihr schwarzes Haar augenblicklich ergraut.

Nach der Exekution, die Schwarze war noch nicht mal tot, schleifte man ihren verstümmelten Leib zur Seite, um den Platz für weitere Hinrichtungen frei zu machen. Elisabeth folgte ihr.

Während sie verendete, stand Elisabeth über ihr.

Als die Schwarze ihren letzten Hauch tat, urinierte Elisabeth vor Vergnügen.

 

Zwei Jahre nach diesem Erlebnis verlobte man sie mit Ferenc Nadasdy.

1575, am 8. Mai heirate sie Nadasdy. In ihrer Hochzeitsnacht wurde sie fast vom König der Ungarn vergewaltigt. Vier Kindern schenkte sie das Leben. Eins davon unehelich. Der deutsche Kaiser sandte ihr ein Geschenk.

Auch wissen wir, dass Elisabeth nicht rein lesbisch war. Schließlich hatte sie ein Verhältnis mit einem Liebhaber. Daher das uneheliche Kind. Was sie jedoch zur Sadistin trieb, zum eigenen Geschlecht. Darüber mögen die Götter streiten.

Aber ich glaube, das wäre Stoff für eine andere Geschichte.